Sine Amplitude (Torsten M. Abel, Martin Rohleder, Andreas Aulke) in Concert 21.05.2016 Pauluskirche Dortmund - Konzertbericht von Wolfgang Brunner

Die junge Band „Sine Amplitude“, bestehend aus Tastenzauberer Torsten M. Abel, Gitarrist Martin „Martinson“ Rohleder und Drummer Andreas Aulke, benötigten weniger als eine halbe Minute, um die Zuschauer und -hörer in ihren Bann zu ziehen. „Hypnotised“ lautet auch passenderweise der Titel ihres ersten Albums, das sich zwar die ersten Male ganz passabel anhört, aber erst nach mehrmaligem Hören ihre ganze musikalische und kompositorische Bandbreite entfaltet.
Schon nach dem ersten Song ist klar, dass sich die drei Vollblutmusiker bestens verstehen, sowohl auf musikalischer wie auch auf privater Ebene. So ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass die drei ein astreines, professionelles Konzert auf die Beine stellten, dass sich sehen und hören lassen kann.
Man hörte immer wieder, dass Raum für Live-Interpretationen gelassen worden sind, die auch von allen drei Musikern ausgenutzt wurden, aber im Gesamtbild bekam man perfekte Musik zu hören.
In der Elektronik-Musik-Szene sucht man schon seit Jahren nach neuen Wegen, bleibt der Berliner Schule und der Ambientschiene zwar irgendwie treu, möchte aber neuen Wind in das Genre bringen. Es scheint, dass es nun „Sine Amplitude“ gelungen ist, einen perfekten Weg – sozusagen eine perfekte Gratwanderung zwischen elektronischer Musik und Rock – zu finden. Aber es ist mehr, was in den Klängen steckt: Klassische Berliner Schule, Ambient, Trance, ein klitzekleiner Teil von annehmbarer Technomusik gesellen sich zu Rock, Progressive Rock und jammernden Gitarren a la Pink Floyd. Dazu kommt das echte Schlagzeug, das einfach den Faktor von „Handmade“-Musik unterstreicht. Sicherlich kommt der ein oder andere Sound aus der Konserve, aber das ist bei weitem nicht das Programm, das „Sine Amplitude“ auf der Bühne abliefert. Da wird gerockt und gechillt. Die Bandbreite ist groß und dadurch kommt niemals Langeweile auf, denn man weiß einfach nicht, was einen als nächstes erwartet.
Auffallend ist, dass sich keiner der Musiker in den Vordergrund stellt. Alle sind gleichwertig an der Musik beteiligt, nie wird man von einem Instrument (die Solos natürlich ausgenommen) „erschlagen“. Alles fügt sich zu einem kompositorisch ausgewogenen Gesamtbild, was wohl genau dadurch den Effekt einer optimalen Genremixtur ergibt.
Nach der Pause stieß noch ein Gastmusiker, der Bassist Peter Brenneken, zur Band und vervollständigte das musikalische Bild.
Eine vortreffliche Bereicherung der Show waren die hervorragend auf die Songs abgestimmten Videos, die auf einer Leinwand hinter dem Schlagzeuger abgespielt wurden und die Emotionen der Lieder geradezu perfekt unterstrichen. Aber diese Bebilderung war nie aufdringlich, so dass man nie von den Aktivitäten der Bandmitglieder abgelenkt wurde.
Besonders kam dieses „Hilfsmittel“ bei dem ruhigen Song „Children's Eyes“ zu Geltung, wo man bei sphärischen Klängen in die Augenpartie unzähliger Kinder blickte.
Aber auch bei „Hypnotised“, dem Titelsong der CD, läuft ein mitreissendes Video im Hintergrund, das derart perfekt zum Lied passt, das es schon fast unheimlich ist.
Und spätestens bei diesem Song kann keiner der Zuschauer und -hörer mehr still sitzen. Abel sorgt für Stimmung, klatscht in die Hände, tanzt auf der Bühne und reißt das Publikum mit. Das hat was, vor allem, wenn man sich vor Augen führt, dass von einem sogenannten Elektronik-Konzert gesprochen wird. „Sine Amplitude“ rockt … und das gewaltig! Und dennoch werden die ruhigen und sphärischen Klänge, die man aus der klassischen Elektronik-Musik-Szene kennt, nicht vernachlässigt. 
Als erstes Lied der Zugabe wurde ein bislang unveröffentlichtes Stück namens „Aureus Lumen“ gespielt, das Bestandteil einer Zusammenarbeit zwischen Torsten Abel und meiner Wenigkeit ist. Ich bin da wohl ein wenig voreingenommen, weil es meine Person (Wolfgang Brunner - Autor) und unser gemeinsames Projekt betrifft, aber ich komme einfach nicht umhin, zu erwähnen, dass ich Gänsehaut bei diesem Song bekommen habe. Keyboarder Abel nimmt am Piano Platz und beginnt eine wunderbare Melodie, die schon bald von Martin Rohleder begleitet wird. Bei diesem Song könnte man fast meinen, David Gilmour stünde auf der Bühne. :-)
Und wieder einmal unterstreicht dieses Lied, wie wandlungsfähig die Musiker sind. Laut, ruhig, rockig, progressiv und und und …
Diese Musik verschiedener Genres vermischt sich zu einem eigenen, speziellen Genre und macht einfach unglaublichen Spaß und … macht süchtig. Man möchte einfach mehr davon und kann nur hoffen, dass ein zweites Album folgen, und vor allem nicht lange auf sich warten lassen, wird.

 

 

Sine Amplitude: Evinger Schloss, Dortmund, 06.06.2015 und Güterhallen Solingen, 07.11.2015 von Andreas Pawlowski

Unter dem Namen „Sine Amplitude“ haben sich uns wohlbekannte Musiker zusammengetan: Tosten Abel (TMA) und Martin „Martinson“ Rohleder, die schon oft gemeinsam auf der Bühne standen, und der Schlagzeuger Andreas Aulke. Letzterer war mir bis zu dem ersten Sine-Amplitude-Konzert in Dortmund allerdings unbekannt.

Das Konzert am 13. Juni 2015 fand im Evinger Schloss statt, einem Gebäude, das von seiner ursprünglichen Bestimmung her dem Ledigenheim in Dinslaken-Lohberg vergleichbar sein dürfte. Es war der soziale Kernbereich einer ehemaligen Zechensiedlung. Heute beherbergt das Evinger Schloss ein Musikarchiv für populäre Musik. Das Archiv sammelt alles zu populärer Musik, in allen Ausformungen, mit allen Tonträgern – allerdings nichts in digitaler Form.

Unterschlagen will ich hier gar nicht, dass in Dortmund ein Doppelkonzert stattfand. Ein Auftritt von Nattefrost (Björn Jeppesen) aus Dänemark ging dem Sine-Amplitude-Konzert voraus. Kurz und gut, es war ein typisches Nattefrost-Konzert, sehr abwechslungsreich, von gespenstisch-beängstigend über melancholisch und tanzbar bis harmonisch und kindlich-verspielt war alles dabei. Das Ganze war von sparsamer Lichttechnik mittels mehrerer LED-Strahler, die unterschiedliche Farben produzierten, begleitet. Es blieb ja zu der Jahreszeit lange hell, so dass das Licht kaum zur Geltung kommen konnte. Das änderte sich naturgemäß später beim Sine-Amplitude-Auftritt; in Solingen war das ohnehin kein Thema.

Die Solinger Güterhallen dürften vielen bekannt sein, weil dort häufig EM-Konzerte stattfinden. Für mich war es der erste Besuch dort; Sine Amplitude traten in der Galerie Pest Projekt von Peter Amann auf.

Wenn zwischen den Konzerten von Juni und November auch einige Monate lagen, so gab es erwartungsgemäß viele Ähnlichkeiten. Vor allem wurde es laut, was vor allem daran lag, dass der Schlagzeuger sehr laut spielte, und Torsten und Martin mit Synths und Gitarre dagegen ankommen mussten. In diesem Punkt würde ich persönlich mir tatsächlich wünschen, dass es – vor allem in Anbetracht der recht kleinen Locations – eine Möglichkeit gäbe, weniger Phon auf das Publikum loszulassen. Oder aber: Man stelle Sine Amplitude auf eine große Bühne mit entsprechendem Saal, wie beispielsweise De Enck in Oirschot oder das Detmolder Sommertheater. Eine solche Version ist noch viel charmanter…

Wie auch immer: Wer sich seine Gehörgänge mal ordentlich durchpusten lassen möchte, ist bei Sine Amplitude bestens aufgehoben. Was man von den dreien nämlich geboten bekommt, ist knackiger Elektronikrock vom Feinsten!

Der Beginn des Konzerts in Dortmund klang noch sehr nach TMA, wurde durch die heavy E-Gitarre von Martin Rohleder und die heftigen Drums von Andreas Aulke jedoch schnell auf „eigene Füße gestellt“. In Solingen dagegen herrschte beim ersten Track eine völlig andere Stimmung, denn es war ein sehr düsteres Stück, beängstigend und kalt. Als Torsten anschließend den Titel „Angst“ nannte, war das eindeutig nachvollziehbar. Genau so hört sich Angst an. Die Projektionen sprachen ebenfalls eine deutliche Sprache. 

Auf die begleitenden Bilder haben die drei Musiker sichtbar viel Zeit verwandt. Treffende Filme, Grafiken oder Fotos wurden während der Konzerte präsentiert. Sehr schön war das beispielsweise bei dem Titel „Hypnotised“, ein treibendes Stück mit schnellen Sequenzen, das an Techno erinnert: Tanzende Figuren, deren Konturen mit farbigen Lichtern kenntlich gemacht waren, veränderten sich kaleidoskopartig, perfekt zur Musik passend. Computergrafiken wurden bei mehreren Stücken gezeigt. Sehr beeindruckend fand ich vor allem im Güterhallen-Konzert den computeranimierten Film über den „Rainmaker“ beim Track „Soulflight“. Auch kosmische Themen kamen auf die Leinwand, ebenso wie Naturaufnahmen.

Das Publikum wurde immer wieder zum Mitklatschen animiert, was bei EM-Konzerten auch nicht allzu gebräuchlich ist. Eine gewisse Mobilität bewahrten sich Sine Amplitude auf den Bühnen außerdem. Martin ist mit E-Gitarren sowieso nicht an einen festen Platz gebunden. Torsten nutzte einen sehr sparsam wirkenden Synthesizer (der Name Doepfer war zu erkennen, ich weiß aber nicht, was für ein Instrument das war) in Form eines „Stabes“, den er sich umhängte, und Andreas konnte bei „Sunset On The Beach“ mal ein Cajón spielen. Bei diesen Gelegenheiten rückten die drei Musiker näher zusammen, denn ansonsten konnten sie sich aufgrund des großzügigen Platzangebotes ausbreiten. Trotzdem hatte man bei beiden Konzerten nie den Eindruck, dass da irgendeiner für sich alleine spielte, sondern Sine Amplitude sind deutlich eine Band, eine Einheit.

Das eben erwähnte „Sunset On The Beach“, welches ein sehr schönes, romantisches Stück ist, wurde übrigens von Martin Rohleder geschrieben, wie extra betont wurde. Ein anderer Titel, der mir musikalisch besonders gut gefiel, war „Carefully Collided“. Ers wirkte fast ambientartig mit seinen langen Tönen. Treffend im Wortsinn waren hier die kosmischen Bilder, bei denen zwei riesige Himmelskörper aufeinander zudriften und dann kollidieren. „Carefully Collided“ und das vorhergehende Stück „Wechselspiel“ zeigen, dass Sine Amplitude auch anders kann und recht ruhige Tracks ebenso überzeugend spielen. Torsten und Martin spielen lange genug zusammen, dass sie diese Fähigkeit bei vielen Gelegenheiten unter Beweis stellen konnten.

Im Evinger Schloss hatten Sine Amplitude noch einen Gast: Wolfgang Barkowski alias Alien Nature. Er begann gemeinsam mit den anderen drei Musikern mit einem eigenen Stück („Room No. 6“ von seinem Album „The Airtight Garage Of Jerry Cornelius“), in einer Version mit heftigsten Drums und fast schmerzender E-Gitarre. Bei der Lautstärke war ja trotz allem noch immer Luft nach oben… Auch die weiteren Tracks waren eher ruhiger Natur, in der Besetzung aber angemessen rockig arrangiert.

Insgesamt machen Sine Amplitude auf mich einen sehr guten Eindruck. Es macht Freude, ihnen zuzuhören. Sie sind nicht die x-te Band, die Elektronikrock macht, sondern die eigenen Wurzeln vor allem von Torsten Abel sind deutlich zu hören und werden nicht versteckt. Ich hoffe, die eigene Handschrift behalten sie auch bei! Nun hoffe ich nur noch (zumindest für meine Ohren), dass sie die Lautstärke in den Griff bekommen.

Nach dem Konzert in Solingen sagte mir Torsten noch zu meiner großen Freude, dass ein Album geplant ist. Darauf bin ich sehr gespannt!

 

 

Konzertbericht Solingen Güterhallen auf Musikzirkus-Magazin von Stephan Schelle

Sine Amplitude ist das neue Elektronik-/Rocktrio von Torsten M. Abel (TMA) und seinem Freund Martin „Martinson“ Rohleder, die sich um den Schlagzeuger Andreas Aulke verstärkt haben. Torsten (Synthesizer, Sequenzer, Programmierung) und Martin (Gitarren) sind seit Jahren musikalische Weggefährten. Mit anderen Musikern waren sie Live bereits oft unter dem Namen TMA & Friends zu sehen und zu hören. Daneben hat Martin seinen Freund Torsten auf seinen Soloalben ebenfalls musikalisch unterstützt. In 2015 haben sie sich als Trio zusammengefunden, um der elektronischen Musik weitere, rockige Elemente zu verleihen. 

Das Wort Sine im Bandnamen leitet sich laut Torsten aus dem Wort Sinus ab.In dieser Formation traten sie erstmals am 13.06.2015 im Evinger Schloss in Dortmund auf. Der Gig in Solingen am 07.11.2015 war ihre zweite Liveperformance, in der sie die Stücke ihres demnächst erscheinenden Debütalbums vorstellen wollten. Wie schon ein Jahr zuvor hatte sich Torsten M Abel (damals als TMA & Friends) für diesen Auftritt die Güterhallen in Solingen ausgesucht, eine Anlage, in der unterschiedliche Künstler in zahlreichen Ateliers ihre Werke erschaffen und ausstellen. Dieser Ort ist ein wahres künstlerisches Paradies und bot schon zahlreichen Musikern die Möglichkeit ihre Klangwelten mit den ausgestellten Bildern und Skulpturen zu verbinden.

Torsten, Martin und Andreas zeigten sich an diesem Abend in bestechender Form, vermittelten sie doch während des kompletten Konzertes einen äußerst eingespielten und homogenen Eindruck. Zur Unterstützung ihrer Musik hatten sie Kurzfilme mitgebracht, die passend zu den einzelnen Stücken auf die rückwärtige Leinwand projiziert wurden. Die Themen waren gut gewählt und die Bilder teilweise so beeindruckend, das sie mit der Musik verschmolzen und streckenweise gar ablenkten. Auch die Spotlight und dezenter Nebel sorgten für eine passende Stimmung dieses elektronischen Rockkonzertes. Doch die rockigen Elemente in der Musik sorgten dafür, dass der Fokus klar auf der Musik von Sine Amplitude lag.

Der erste Track, „Angst“, machte seinem Namen alle Ehre, denn das Stück hatte eine bedrohliche Ausstrahlung. Das fing mit Torsten an, der zunächst allein auf der Bühne an seinem Synthie schraubte und so recht düsterer, wabernde, blubbernde Sounds erzeugte, die wie bei einer Sinuskurve ihr Klangbild veränderten. Geräusche, die an eine hetzende Person erinnerten und eingestreute Hubschrauber und Sirenen-Samples verstärkten das Bild. Dazu bot Torsten an seinen Keyboards Flächen und Sounds die an Pink Floyd (Rick Wright) erinnerten, während Martin und Andreas nach und nach die Bühne betraten. Im letzten Drittel setzten dann Martin und Andreas ein, was dem Stück eine recht rockige Note verlieh und schon mal auf die Marschrichtung des neuen Trios hinwies. Entsprechend der musikalischen Stimmung wurden auf der rückwärtigen Wand mysteriöse, düster wirkende Bilder gezeigt.„Modulus“ zeigte sich dann mehr von seiner elektronischen Seite und glich damit Stücken von TMA & Friends. Hier agierte Andreas etwas moderater hinter seiner Schießbude und auch Martin ließ es gemächlicher angehen. Dem folgte dann mit „Hypnotized“ ein Stück mit tribalartigem Rhythmus, der zum Tanzen einlud. Das Publikum sorgte dann mit rhythmischem Klatschen auch gleich für großartige Stimmung. Passend dazu wurden Tänzer die mit leuchtenden Umrissen versehen waren, auf die Leinwand projiziert. Ein wirklich hypnotisches Stück.Der Track „Childrens Eyes“ war von den drei Musikern recht melancholisch angelegt und hatte wieder etwas von TMA & Friends. Der Animationsfilm mit seinen düsteren Bildern passte perfekt zu diesem Stück. Atmosphärisch und recht elektronisch schloss sich dann „Wechselspiel“ an, bei dem passend zur Musik einige Bilder aus dem Weltall gezeigt wurden. Dieses elektronische Stück verzierte Martin mit herrlichen, sanften Gitarreneinschüben, die mit Einsatz von Andreas etwas rockiger wurden. Ebenso sphärisch zeigte sich „Carefully Collided“.Atmosphärischer Elektronikrock war dann bei „Soulflight“ angesagt, bei dem auf der Leinwand eine Computer animierte Geschichte erzählt wurde. Andreas Aulke, der zuvor in Folkrock- und Bluesrockbands gespielt hatte, trommelt bei Sine Amplitude erstmals im elektronischen Bereich. Er brachte mit seinem Spiel eine sehr druckvolle und rockige Note in den Sound, was der Musik sehr gut tat. Daneben spielte er beim atmosphärischen „Sunset On The Beach“ Cajon, dessen organische Perkussion sehr gut zu dem Stück passte. Auch Torsten verließ seine „Keyboardburg“ bei diesem Stück und wechselte an den Ribbon Stick der Firma Doepfer. Mit diesem stabförmigen elektronischen Instrument konnte Torsten sehr atmosphärische Synthiesounds spielen, während er sich rhythmisch, passend zu Martin an der Gitarre, bewegte.In „Arpwelt“, dem ersten zusammen komponierten Stück von Sine Amplitude kam dann die rockige Variante hervor, die an Bands wie MorPheuSz erinnerten. Ein mitreißendes Stück mit einer eingängigen Melodie und knackigem Rhythmus. Und das folgende „Deception“ klang wie eine Mischung aus Depeche Mode und MorPheuSz. Der rhythmische Track „Swirling Into The Blue“, der einen tuckernden Rhythmus und wiederum einige Electropop-Elemente aufwies, wurde durch einen interessanten Film begleitet. Auf der Leinwand waren zwei Frauen zu sehen die Wasser über eine Scheibe verteilten. Ein optisch interessantes Bild.Das rockige „Splendid Road“ bei dem auf der Leinwand eine Fahrt durch eine nächtliche Metropole zu sehen war, vernebelte dann die Sinne durch die Kombination aus Musik und rasenden Bildern. Den Abschluss bildeten dann die beiden Zugaben „Beautiful Moments“ und „Trip To New Shores“ (letzteres mit wunderbaren Bildern von Surfern, die unter den Wellenkämmen hertauchen).

Sine Amplitude bietet eine tolle Mischung aus Elektronik und Rockmusik. Davon konnten sich zum zweiten Mal Besucher live überzeugen. Mit dieser Mischung durchbrechen Torsten & Co. musikalische Grenzen und geben der Elektronikmusik neue Impulse. Das Konzert machte auf jeden Fall Appetit auf das kommende Debütalbum.

Konzertbericht Solingen Güterhallen auf Empulsiv von Alfred Arnold

Die Galerie gerockt - Sine Amplitude in Solingen 7.11.2015

Und wieder einmal die Güterhallen in Solingen - dieses Mal Sine Amplitude.  Sine Amplitude besteht aus Torsten Abel (Keyboards), Martin Rohleder (E-Gitarre) und Andreas Aulke (Schlagzeug).  Die beiden ersten Namen kannte man schon von TMA & Friends, neu ist an den Drums nicht nur der 'Bearbeiter', sondern auch, dass sie jetzt rein akustisch sind.  Keyboards, E-Gitarre und Schlagzeug, das sind ja eigentlich auch die Zutaten für eine klassische Rockband.  Ist das dann noch EM, wird sich der eine oder andere fragen - aber ja doch! Gerade diese rockige Spielart der EM ist eine, die ihr in den letzten Jahren neue Energie gegeben hat und in der Lage ist, der EM neue Fans und Zuschauer zu erschließen.  Andere bekannte Vertreter dieser Richtung sind z. B. Picture Palace music und neuerdings Pyramaxx. 

Man konnte sich also auf einen sehr kurzweiligen (und lauten) Abend freuen.  

Direkt zu Anfang wollte Torsten aber wohl beweisen, dass er auch anders kann: Solo entlockte er seinem modularen Synthesizer sphärische Klänge, die man eigentlich eher in den 1970ern verortet hätte.  Die stellten sich dann aber nur als Vorspiel zum ersten Titel 'Angst' heraus, nach wenigen Minuten kamen Gitarre und Schlagzeug dazu und es kam das zu Gehör, die man aus dem einen oder anderen Teaser kannte - Gerald Wirtz zum Beispiel hatte in seiner Sendung 'Elektroklang' gerade eine Woche vorher Sine Amplitude als Schwerpunkt. Nach ihrer Premiere im Juni in Dortmund war dies der zweite Auftritt von Sine Amplitude. 

Die drei sind seitdem nicht untätig gewesen - nicht nur war deutlich mehr neues Material zu hören, auch das Zusammenspiel klappte dieses Mal perfekt.  Ein akustisches Schlagzeug lässt sich im Gegensatz zu einem elektronischen nicht einfach lauter oder leiser drehen, Keyboards und E-Gitarre müssen sich ihm anpassen. In so einem kleinen Raum wie der Galerie Pest Project kann das Ergebnis für empfindliche Naturen schon etwas zu laut werden, aber sonst würde es ja auch nicht richtig 'rocken'?

Musikalisch ging es Schlag auf Schlag - jeder Titel mitreißender und dynamischer als das vorige, zur 'Entspannung' dazwischen aber auch einige ruhigere, zum Beispiel aus der Sternentraumreise.  Das Programm wurde durchgängig von Videoprojektionen begleitet, die in ihrer Qualität ebenfalls nichts zu wünschen übrig ließen.

Nach knapp zwei Stunden war das reguläre Programm dann geschafft, die drei waren's auch ein bisschen - die vom Publikum geforderte Zugabe gab es natürlich trotzdem.  Insgesamt ein sehr gelungener Abend in schöner Atmosphäre.  Sine Amplitude's nächste Station wird am 21.5.2016 die Pauluskirche in Dortmund sein.  Bleibt nur noch zu hoffen, dass die Debüt-CD von Sine Amplitude nicht so lange auf sich warten lässt!